Leisure-Gäste prägen Serviced-Apartment-Branche

Illustration Aufwärtstrend
Illustration Aufwärtstrend
Bild: bizvectorstock.adobe.com

Der am 21. April veröffentlichte Apartmentservice Marktreport 2026 zeigt eine deutliche Verschiebung im deutschen Serviced-Apartment-Markt: 2025 buchten erstmals mehr Freizeit- als Business-Gäste diese Assetklasse. Ihr Anteil lag bei 56 Prozent. Damit verliert das Segment einen Teil seiner früheren Ausrichtung auf berufliche und längere Aufenthalte. Die veränderte Kundenstruktur wirkt sich auf zentrale Kennzahlen aus. Die Dauer sank im Mittel weiter und lag zuletzt bei sieben Nächten. Die Auslastung blieb mit 81 Prozent auf Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Tagesrate ging dagegen von 92 Euro auf 89,50 Euro zurück. Als Gründe gelten stärkerer Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie, steigende Betriebskosten und eine höhere Preissensibilität bei Unternehmen.

Zwar nahmen berufsbedingte Trips 2025 wieder zu. Laut Geschäftsreiseverband VDR verzeichneten deutsche Firmen 116,1 Millionen Dienstreisen und damit 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig achten Firmen stärker auf Budgets und Effizienz. Das belastet die Erlöse in der Serviced-Apartment-Sparte. Die Stimmung der Betreiber hat sich eingetrübt. Vor einem Jahr bewerteten noch 59 Prozent der befragten Anbieter die Entwicklung positiv, aktuell sind es 24 Prozent. Die wirtschaftliche Lage des eigenen Hauses beurteilen jedoch weiterhin rund zwei Drittel positiv. Parallel schreitet die Konsolidierung voran: Marken verschwinden, Betreiber überprüfen ihre Portfolios. In Deutschland umfasst der Sektor derzeit 59.300 Einheiten in 1.160 Immobilien mit mindestens 15 Unterkünften. Berlin zählt die meisten Objekte, München die meisten Units. Die Projektpipeline liegt wieder auf hohem Niveau. Bis 2029 könnte der Bereich um 38 Prozent wachsen, vor allem durch automatisierte Konzepte sowie die Umnutzung früherer Hotels und Büroflächen.

Stabile Performance im Serviced-Apartment-Segment 2024

illustration eines nach oben ansteigenden Pfeils zwischen zwei Häuserreihen
illustration eines nach oben ansteigenden Pfeils zwischen zwei Häuserreihen
Bild: I. Fathony/stock.adobe.com

Der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland bleibt laut Marktreport von Apartmentservice stabil: Die durchschnittliche Jahresauslastung lag 2024 bei 81 Prozent, die ADR erreichte mit 91 Euro einen neuen Höchstwert seit Beginn der Marktbefragung im Jahr 2011. Während Aparthotels von diesem Trend profitierten, hatten klassische Serviced-Apartmenthäuser durch den anhaltenden Shortstay-Trend leichte Einbußen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank auf neun Nächte.

Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen stieg die Stimmung in der Branche: Anfang 2025 bewerteten 93 Prozent der Betreiber ihre wirtschaftliche Lage als „positiv“ oder „sehr positiv“ – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 73 Prozent im Vorjahr. Auch die Entwicklung am eigenen Standort wird von 87 Prozent der Befragten positiv eingeschätzt, während der Blick auf den Gesamtmarkt verhaltener ausfiel.

„So herausfordernd die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele im letzten Jahr waren, die Stimmung ist mit Blick auf stabile Zahlen im gesamten Serviced-Apartment-Segment in Deutschland wieder gestiegen“, erklärt Anett Gregorius, Gründerin und Inhaberin von Apartmentservice.

Der Markt wächst weiter: In Deutschland gibt es aktuell 55.200 Einheiten in rund 1.000 Häusern, mit den meisten in Berlin, München, Frankfurt und Hamburg. Neue Dynamik zeigt sich in den Betreiber-Rankings: Die WMM Hotels haben sich auf Platz zwei geschoben und überholen damit die Living Hotels. Unternehmen wie Numa, Limehome, Novum Hospitality, Ipartment, Stayery und Rioca bauen ihre Marktposition durch neue Projekte weiter aus.

Die Prognose für die Branche bleibt vielversprechend: Bis Ende 2028 wird ein Wachstum der Pipeline um knapp 28 Prozent erwartet. Zudem spielt das Segment eine zunehmend wichtige Rolle in angespannten Wohnungsmärkten, dank flexibler Longstay-Angebote.